




Bürger*innen diskutieren offen mit SPD-Kandidat*innen
Der SPD-Ortsverein Nottuln und die AG 60 plus im Unterbezirk blicken auf einen gelungenen Diskussionsabend zurück. Am Donnerstag kamen zahlreiche Interessierte zusammen und sprachen mit den SPD-Kandidat*innen über wichtige Themen der kommenden Kommunalwahl. Petra Beil (AG 60 plus) und Wilhelm Beckmann (Ortsverein) moderierten locker und sorgten für einen lebendigen Austausch – nicht nur über lokale Fragen, sondern auch über landes- und bundespolitische Aspekte. So wurde deutlich, wie sich politische Entscheidungen auf lokaler Ebene auswirken, aber auch, dass deren Umsetzung, durch Kommunalpolitiker*innen, bedarfsgerecht an die lokalen Gegebenheiten angepasst werden können.
Zu Beginn kritisierte Holger Zbick, Teil der neuen Doppelspitze der SPD Nottuln, die mangelnde Transparenz in der Kommunalpolitik – etwa bei Windrädern oder Bauprojekten. Fraktionsvorsitzender Wolfgang Danziger verwies auf teilweise unvollständige Ratsvorlagen und verspätete Protokolle, die die Arbeit der Ehrenamtlichen erschweren. Beides zusammen führe zu einem Demokratiedefizit, das dringend behoben werden müsse.
Manfred Gausebeck, langjähriger Nottulner SPD-Ratsherr, stellte heraus, wie die SPD den ÖPNV verbessert und günstigen Wohnraum geschaffen hat. Das kam beim Publikum gut an, auch wenn klar wurde: Hier gibt es noch viel zu tun. Bürger*innen betonten zudem, wie wichtig verständliche Erklärungen zu politischen Vorhaben sind. Hierfür setzen sich die Nottulner SPD-Kandidat*innen im Wahlkampf besonders ein.
Im zweiten Teil ging es um die Kreispolitik und das Ziel, den Kreis klimaneutral zu machen. Johannes Waldmann, Unterbezirksvorsitzender, berichtete von Gesprächen mit regionalen Unternehmen zur Nutzung von Wasserstoff als erneuerbarer Energie. Infrastrukturprojekte brauchen Zeit, ergänzte Hermann-Josef Vogt, stellv. Landrat und SPD-Landratskandidat für die Kommunalwahl – deshalb sei es wichtig, sowohl kurzfristige als auch langfristige Ziele offen zu kommunizieren.
Beim Thema Fachkräfte hob Niklas Sticht, Kreistagsmitglied und Mitglied des Unterbezirksvorstands, die Bedeutung von Berufskollegs und praxisnaher Ausbildung hervor. Heinz Siehoff, Bildungsexperte und langjähriges Ratsmitglied der SPD Nottuln, sprach sich dafür aus, die Verbindung zwischen Schule und lokalen Betrieben zu stärken – so werden Jugendliche gut auf den Arbeitsmarkt vorbereitet und fürs Lernen motiviert.
Auch Gesundheit und Pflege standen im Fokus. Die schnelle Erreichbarkeit von Krankenhäusern aufrecht zu erhalten, vor allem für mobilitätseingeschränkte Menschen, ist der SPD ein großes Anliegen, so Niklas Sticht. Hinsichtlich des Pflegekräftemangels betonte Hermann-Josef Vogt, dass der Kreis bereits zwei Pflegeausbildungsstellen anbietet. Margarete Schäpers aus Havixbeck, Mitglied des Kreistages und Vorsitzende des Kreisausschusses für Bildung, Schule und Integration schilderte, dass sich der Kreis zuletzt aus der politischen Steuerung der Planung und Organisation der Pflegeinfrastruktur eher zurückgezogen habe. In der Diskussionsrunde wurde außerdem deutlich, dass bessere Tagespflegeangebote benötigt werden.
Der Abend endete mit informellen Gesprächen bei Essen und Getränken mit zufriedenen Teilnehmer*innen und in sommerlicher Stimmung auf dem einladenden Gelände des Schoppmanns Hofes. Das neue Veranstaltungsformat kam so gut an, dass es auf Wunsch der Teilnehmenden fortgesetzt werden soll.